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Einbauküche planen: Die Checkliste vom Tischler

Eine Küche plant man einmal in 20 Jahren, Fehler ärgern täglich. Unsere Checkliste vom Aufmaß bis zum Einbau: Maße, Arbeitshöhen, Geräte und Budget.

Grundriss einer Küche mit Zollstock, Bleistift und Planungsnotizen

Abb. 01 · Grundriss einer Küche mit Zollstock, Bleistift und Planungsnotizen

Eine Einbauküche vom Tischler ist kein Katalogprodukt, sondern Maßarbeit: Jeder Korpus, jede Front, jede Nische wird für Ihren Raum gefertigt. Damit die Planung gelingt, haben wir unsere Erfahrung aus über 35 Jahren Küchenbau im Siegerland in eine Checkliste gepackt. Die gleichen Punkte gehen wir auch mit Ihnen durch, wenn wir zum Aufmaß nach Siegen, Kreuztal oder Netphen kommen.

1. Der Raum: Maße, die wirklich zählen

Bevor über Fronten und Farben gesprochen wird, braucht es harte Zahlen:

  • Raummaße an mehreren Stellen messen. Wände sind selten gerade, besonders im Altbau weichen Maße oben und unten oft um mehrere Zentimeter ab. Wir messen deshalb in drei Höhen.
  • Anschlüsse dokumentieren: Wasser, Abwasser, Starkstrom für den Herd, Steckdosen, Abluftweg für die Haube. Verlegungen sind möglich, kosten aber Geld und Zeit.
  • Fenster, Türen, Heizkörper einzeichnen, inklusive Öffnungsrichtung der Türen.
  • Bodenbelag klären: Liegt er durchgehend oder endet er an der alten Küchenzeile? Das entscheidet über Sockelhöhen.

2. Arbeitshöhen: der unterschätzte Komfortfaktor

Die Standardhöhe von 85 bis 92 cm passt nicht für jeden. Faustregel: Bei angewinkeltem Arm sollten zwischen Ellenbogen und Arbeitsplatte 10 bis 15 cm liegen. Als Tischlerei fertigen wir jede Höhe millimetergenau. Nutzen Sie das. Sinnvoll ist oft eine Abstufung: Spüle etwas höher (man arbeitet im Beckengrund), Kochfeld etwas tiefer (man schaut in den Topf). Und: Der Backofen gehört auf Sichthöhe, nicht unters Kochfeld. Ihr Rücken dankt es Ihnen bei jedem Blech.

3. Das Arbeitsdreieck und die Zonen

Kühlschrank, Spüle und Kochfeld bilden das Arbeitsdreieck. Die Wege dazwischen sollten kurz und frei sein. Bewährt hat sich die Zonenplanung: Bevorraten, Aufbewahren, Spülen, Vorbereiten, Kochen, und zwar in dieser Reihenfolge, idealerweise in Ihrer Hauptarbeitsrichtung. Zwischen Spüle und Kochfeld gehören mindestens 60, besser 90 cm Arbeitsfläche.

4. Geräte: erst festlegen, dann bauen

Die Gerätewahl muss vor der Korpusplanung stehen, denn Nischenmaße sind nicht verhandelbar:

  • Kochfeld: 60 oder 80 cm? Mit integriertem Dunstabzug nach unten?
  • Dunstabzug: Abluft (leistungsstärker, braucht Wanddurchbruch) oder Umluft?
  • Kühlschrank: Einbau oder freistehend? Nischenhöhe prüfen (88 / 122 / 178 cm).
  • Geschirrspüler: 45 oder 60 cm, vollintegriert?
  • Bei Abluft und Kaminofen im Haus: Fensterkontaktschalter einplanen, das ist Vorschrift.

5. Budget: die ehrliche Aufstellung

Damit es später keine Überraschungen gibt, gehören alle Posten auf den Zettel:

PostenAnteil (typisch)
Schreinerküche (Korpusse, Fronten, Beschläge)40 bis 50 %
Elektrogeräte20 bis 30 %
Arbeitsplatte (Massivholz, Stein, Keramik)10 bis 15 %
Spüle, Armatur, Rückwand5 %
Elektro- und Sanitärarbeiten5 bis 10 %
Demontage, Entsorgung, Montageim Angebot prüfen

Eine Tischlerküche beginnt je nach Größe und Ausstattung meist im niedrigen bis mittleren fünfstelligen Bereich. Dafür bekommen Sie millimetergenaue Raumnutzung, Fronten nach Wunsch und einen Ansprechpartner für die nächsten Jahrzehnte.

6. Zeitplan: realistisch gerechnet

  • Erstgespräch und Aufmaß: 1 bis 2 Wochen nach Anfrage
  • Planung, Entwurf, Feinabstimmung: 2 bis 4 Wochen
  • Fertigung in der Werkstatt: 6 bis 10 Wochen (Geräte-Lieferzeiten beachten!)
  • Montage: je nach Größe 2 bis 5 Arbeitstage

Rechnen Sie insgesamt mit drei bis vier Monaten vom ersten Gespräch bis zur fertigen Küche. Bei Neubauten stimmen wir den Einbau mit den anderen Gewerken ab.

7. Die häufigsten Fehler und wie Sie sie vermeiden

  • Zu wenig Steckdosen. Planen Sie doppelt so viele, wie Sie heute brauchen.
  • Auszüge gespart. Unterschränke mit Türen und Fachböden sind billiger, aber täglich unpraktisch. Vollauszüge zeigen den Inhalt auf einen Blick.
  • Beleuchtung vergessen. Arbeitsflächen brauchen Licht von oben, nicht von hinten (Schattenwurf).
  • Mülltrennung unterschätzt. Vier Fraktionen brauchen Platz im Spülenschrank.
  • Arbeitsplatte zu knapp bemessen. 60 cm neben dem Kochfeld sind kein Luxus.
  • Erst Küche kaufen, dann messen. Beim Tischler läuft es andersherum, und genau das ist der Vorteil.

Der nächste Schritt

Nehmen Sie diese Checkliste, machen Sie Fotos von Ihrem Raum und notieren Sie, was Sie an Ihrer jetzigen Küche stört: Das ist die beste Planungsgrundlage. Als Schreiner in Freudenberg planen und bauen wir Einbauküchen für das gesamte Siegerland, von Hilchenbach bis Wenden. Das Aufmaß bei Ihnen zu Hause ist der erste Termin, unverbindlich und kostenfrei.

W 07 · Anfrage

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